Hallo zusammen,
da ich schon beides geflogen bin (Gleitschirmtrike und nun Drachentrike) möchte ich auch meinen "Senf" dazugeben...,
Vielleicht sollte ich zuerst erwähnen, dass auch ich vor einigen Jahren als Drachenflieger mit einem Schwarze Minimum mit der UL-Fliegerei begonnen habe. Das hat mir wirklich viel Spaß gemacht, da war Fliegen noch ein richtiges Abenteuer...
Da ich zwischenzeitlich auch mit dem Gleitschirmfliegen angefangen habe, habe ich irgendwann dann die Einweisung auf Motorschirm gemacht und mit einen Motorschirm zugelegt. Die Fliegerei damit war schon eine lustige Sache..... abends nach Feierabend mal schnell eine Runde ums Dorf drehen, war kein Problem. Nur irgendwann wird das dann langweilig, da man wegen der geringen Geschwindigkeit nur einen recht beschränkten Aktionsradius hat. Aus gesundheitlichen Gründen (Rückenprobleme) habe ich mir dann ein einsitziges Gleitschirmtrike zugelegt. Das hatte zwar den Vorteil, dass man sitzend/rollend starten und landen kann, viel schneller war es aber auch nicht... Und außerdem fliegt es bei Thermik und böigen Wetterverhältnissen genauso schaukelig und unruhig wie ein normaler Motorschirm. Hier sehe ich (als Drachenflieger) auch den wesentlichen Nachteil der Gleitschirmtrikes: die Schirme sind halt nicht so stabil wie eine Drachenfläche, haben weniger Geschwindigkeitsreserven und sind somit nur bei relativ ruhigen Wetterbedingungen angenehm zu fliegen (es sei denn, mann ist "Hardcore"-Gleitschirmflieger). Neuere Schirme mit speziellen Profilen (Reflex-Rrofil) fliegen zwar inzwischen recht schnell (50-60km/h airspeed sind keine Seltenheit), sind aber immer noch recht wind- und wetterabhängig...
Da mich die Schaukelei unter dem Schirm und die bescheidene Reichweite irgendwann immer mehr nervten, habe ich mir dann wieder eine Drachenfläche an einem Powertrike Light zugelegt. Dieses gehört auch in die Klasse der leichten Luftsportgeräte (<120kg), ist problemlos alleine auf- und abrüstbar und bequem auf einem kleinen Hänger zu transportieren. Außerdem genießt man damit alle Vorteile der "leichten Luftsportgeräte", d.h. keine Medicalpflicht, keine Scheinverlängerung und keine Zulassungspflicht. Kleiner Nachteil dieser Geräte ist halt, dass man auch relativ langsam unterwegs ist (Reisgeschwindigkeit ca. 50-60km/h, Vmax ca 70-75 km/h) und dass die Steigleistung wegen des vergleichsweise geringen Leistung des kleinen Motors (1 Zylinder Hirth F33) auch nicht so toll ist. Aber man kann damit viel Spaß haben und hat, gerade für den Einstieg ein kostengünstiges, einfach zu fliegendes Gerät (das vor allem eine stabile Drachenfläche hat).
Da ich seit letztem Jahr einen Hallenplatz habe und auch gerne mal doppelsitzig fliegen möchte, habe ich des Light-Trike im Sommer verkauft und mir ein gebrauchtes Viper - Trike mit Rotax 462 und Hazard - Fläche zugelegt. Überrascht hat mich dabei vor allem die stabile Bauweise und das hohe Gewicht der Fläche. Dies vermittelt aber auch ein Gefühl von Robustheit und Sicherheit. Derzeit richte ich das Trike etwas her (es müssen ein paar Gummielemente ausgetauscht und alle mal ordentlich durchgecheckt werden) und freue mich schon auf die ersten Flüge damit.
Wenn ich Drachentrikes mit Gleitschirmtrikes vergleiche, dann ist für mich neben den beschriebenen Unterschieden beim Fliegen und im Flugverhalten vor allem der Aufwand für Auf- und Abbau sowie Transport der entscheidende Punkt. Hier haben die Gleitschirmtrikes auf jeden Fall große Vorteile, denn ein Schirm ist immer einfacher zu transportieren und schneller ausgelegt als eine Drachenfläche. Hätte ich nicht den o.g. Hallenplatz bekommen können, hätte ich mir ein "normalschweres" Trike niemals gekauft, denn jedes Mal eine knapp 50kg schwere Fläche auf- und abzubauen halte ich auf die Dauer nicht für praktikabel. Dann wäre ich beim Light - Trike geblieben oder hätte mir vielleicht doch wieder ein (dann doppelsitziges) Gleitschirmtrike gekauft.
Es kommt halt sehr auf die Rahmenbedingungen und die persönlichen Vorlieben und Erwartungen an. Hat man keinen Hallenplatz und möchte ohnehin nur abends bei ruhigen Bedingungen eine Runde spazieren fliegen, dann kann ein Gleitschirmtrike durchaus eine sinnvolle Lösung sein. Möchte man aber auch mal bei mehr Wind und etwas weitere Strecken fliegen, dann kommt man wohl um ein Drachentrike nicht herum.
Soweit meine Erfahrungen und meine Meinung zu diesem Thema. Sorry, der Beitrag ist doch etwas länger geworden, hoffentlich habe ich niemanden gelangweilt..
Beste Grüße
Peter